Schwimmverein Willich 1965 e.V.
Bei den Masters-Weltmeisterschaften im schwedischen Göteborg haben die Willicher Synchronschwimmerinnen Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten zwei Titel geholt.
Im Duett der Altersklasse 40 bis 49 war es extrem spannend: Nach der technischen Kür lagen die Synchronschwimmerinnen des Schwimmvereins Willich nur auf Platz 3, vor ihnen mit einigem Abstand ein Team aus den USA, das die Altersklasse auch sonst fest in ihren Händen hält, sowie zwei Synchronschwimmerinnen aus Mannheim. Birte Hohlstein-Janssen: »Dann hatten wir auch noch Pech bei der Auslosung der Startnummer für die freie Kür und schon alle Träume begraben.« Bei der WM 2006 in San Francisco lagen die beiden schon einmal auf Platz 3 und sind am Ende enttäuschende Vierte geworden. Entsprechend groß war ihre Nervosität, denn dieses Mal wollten sie unbedingt eine Medaille. In der Freien Kür setzten sie dann auf Risiko und bauten Elemente von höchstem Niveau ein, die sonst nur im Leistungssport zu sehen sind. Das überzeugte: Sowohl an den Mannheimerinnen als auch den US-Amerikanerinnen zog das Team aus Willich vorbei auf Platz 1. Silke Hohlstein-Terwesten: »Unsere Bewegungen hatten zwar ein sehr hohes Tempo. Dass das aber am Ende wirklich zu Gold reichen würde, hätten wir niemals gedacht.« Damit standen die beiden zum ersten Mal seit der WM 1998 in Casablanca wieder ganz oben. Besonders wertvoll wird der Titel mit dem Wissen, dass Birte Hohlstein-Janssen erst kurz zuvor drei Bänderrisse am Fußgelenk verkraften musste und dadurch mit dem Training sehr weit zurückgefallen war. Silke Hohlstein-Terwesten: »Dank der tollen Unterstützung der Willicher Badleiterin Frau Küppers haben wir uns doch noch gut vorbereiten können. Ein großer Dank auch an unsere Mutter, die es nun schon über 30 Jahre mit uns aushält und uns nach wie vor richtig ›schleift‹.«
Als »Sahnehäubchen« hatte Silke Hohlstein-Terwesten bereits am Vortag ganz souverän den WM-Titel im Solo der Altersklasse 40-49 geholt; sie lag nach der technischen Kür schon nahezu uneinholbar auf Platz 1. Trotzdem war auch hier die Freude sehr groß, weil das Team gerade im Einzel ohne Erwartungen nach Göteborg gereist war. Silke Hohlstein-Terwesten hat mit ihrem Weltmeistertitel auch die amtierende Europameisterin – ausgerechnet eine Schwedin – mit großem Abstand besiegt.
Insgesamt waren 417 Teilnehmerinnen zu den Synchronschwimmwettkämpfen nach Göteborg gereist, die in verschiedenen Altersklassen, in denen immer zehn Jahre zusammengefasst wurden, starteten.
Der Vorsitzende und der Geschäftsführer des Schwimmvereins Willich, Stergios Nikolaou und Eike Müller, gehörten zu den ersten Gratulanten bei der Rückankunft am Düsseldorfer Flughafen. Auch ihnen war die Freude anzumerken: »Wir freuen uns riesig über unsere Weltmeisterinnen, das war eine Superleistung. Für den Verein ist das ein immens wichtiger Erfolg, der uns hoffentlich wieder dahin bringt, wo wir hingehören: ganz nach oben als schwimmsporttreibender Verein für die Stadt Willich.«
Die Goldmedaillen in Göteborg waren die ersten der Willicherinnen für ihre Heimatstadt und auch die ersten Weltmeisterschaftssiege für den Schwimmverein Willich überhaupt, 1998 starteten sie nämlich für den SC Wedding Berlin. Aufgrund ihrer Erfolge werden die Hohlstein-Schwestern jetzt wohl in die Sports Hall of Fame in Florida aufgenommen, wo bisher nur zwei Synchronschwimmerinnen – jeweils eine aus Kanada und eine aus den USA – verewigt wurden. Nun hoffen die beiden Diplom-Trainerinnen den Synchronschwimmsport in Willich vorantreiben zu können und suchen deshalb sowohl Nachwuchs ab fünf Jahren sowie Sponsoren.
Wegen ihrer Leistungen wurden Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten am 23. August von Bürgermeister Josef Heyes ins Schloss Neersen eingeladen und durften sich dort ins Goldene Buch der Stadt eintragen.